Viele Menschen haben Ängste, wenn es darum geht mit der BARF-Ernährung zu beginnen. Einige fürchten einen Darmverschluss, andere haben Angst vorm Schlingen, während der dritte sich sorgt, dass das Futter nicht das enthält, was der Hund braucht. Normalerweise verläuft der Anfang der neuen Ernährung allerdings meist reibungslos. Wenn Sie unsicher sind, dann ist der beste Weg über BARF zu lernen, jemanden zu fragen, der sich schon mit dieser Füttermethode auskennt. Wenn Sie einen solchen Freund oder Bekannten nicht haben, dann können Sie sich auch Literatur suchen oder im Internet recherchieren, solange Sie daran denken, Ratschlägen mit einer gesunden Portion Kritik zu begegnen. Die meisten Händler von Rohfutter helfen Ihnen auch sehr gerne.

Hinter BARF steht das Konzept, dass die Hundeernährung hauptsächlich aus Fleisch, Knochen und Innereien besteht. Der Anteil dieser Hauptbestandteile sollte zwischen 90-96% liegen, und der Rest aus Gemüse. Die Ernährungsweise ahmt die natürliche Ernährung eines Hundes in freier Wildbahn nach, dazu gehörten nämlich vor allem kleine Tiere im ganzen. Sie können Ihrem Hund auch etwas püriertes Gemüse geben: größere Mengen, wenn Sie es nur gelegentlich geben, oder jeden Tag sehr kleine Mengen.

Wenn Sie dem oben genanntem Verhältnis folgen, und Fleisch von mindestens drei verschiedenen Tieren kommen, wird das Futter ihrem Hund alles geben, was er braucht. Mit Fleisch von Pute, Rind und Huhn wird es dem Hund in diesem Sinne gut gehen. Die größere Vielfalt schadet dem Hund nicht – und vice versa – aber die Variation zwischen drei verschiedenen Tieren ist ausreichend.

Mit welchen Knochen sollte ich beginnen?

Die am häufig gestellte Frage ist, ob es wirklich sicher ist Knochen zu geben und welche Knochen gut für den Anfang sind. Viele Hundebesitzer haben Gerüchte gehört, dass man seinem Hund nie irgendwelche Vogelknochen geben sollte. Das ist absolut korrekt, wenn wir über gekochte Knochen sprechen! Gekochte Knochen sollten niemals einem Hund verabreicht werden, weil die Wärme sie in kleine scharfe Stücke zerspringen lässt, was dem Hund schaden kann. Außerdem wird das Knochenmaterial nach dem Kochen noch härter und lässt sich nicht mehr auf dieselbe Art verdauen.

Knochen und Knorpel müssen roh gegeben werden!

Hühnchenteile (wie Flügel oder Hälse) und weichere Knorpel sind ausgezeichnet für den Start. Es gibt auch eine zerhackte Variante von Flügeln falls Sie Bedenken haben, dass der Hund sie verschlingen wird. Sie können es auch mit zermalmten Knochen probieren, die normalerweise aus Rinderknochen bestehen. Diese Knochen sind auch gut für kleinere Hunde, und wenn Ihrem Hund viele Zähne entfernt wurden, können die Knochen durch zerkleinerte ersetzen. Danach können Sie die Ernährung mit Putenflügel ergänzen. Wenn die Zugabe dieser Knochen gut klappt, dann können Sie mit fast jedem Knochen weiter machen. Beachten Sie, dass es ein wenig Mühe braucht, einen Knochen zu fressen. Hunde lernen dies erstaunlich schnell, aber besonders mit größeren Knochen kann es schwierig sein, sie am Anfang zu zerkauen. Machen Sie weiter damit. Üben Sie, die Knochen zu geben, und Ihr Hund wird lernen, wie er sie frisst.

Knochenstücke erbrechen und weicher Stuhl

Wenn der Hund vor der Umstellung auf BARF nur Trockenfutter gefressen hat, ist es wahrscheinlich, dass er am Anfang Knochenteile erbrechen wird – unabhängig davon, ob er sie verschlungen hat oder nicht. Je größer das Stück des harten Knochens ist das der Hund bekommen hat, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich übergeben wird. Das ist nicht gefährlich – es ist ganz natürlich bis der Körper lernt, das Knochenmaterial zu verdauen. Der Hauptgrund für das Übergeben ist, dass der Hundekörper keine Magensäure produziert, die stark genug ist, einen Knochen zu schmelzen und das Material wird am Anfang nicht verdaut. Das Erbrechen wird sich innerhalb einer Woche geben, wenn es überhaupt dazu kommt.

Eine weitere mögliche Nebenwirkung der Umstellung ist Durchfall. Dies wird auch innerhalb einer Woche weggehen und ist nicht gefährlich für den Hund. Der Körper des Hundes braucht eine Weile, um sich an die neue Ernährung zu gewöhnen und beides, Erbrechen und Durchfall gehen normalerweise schnell vorbei.

Wie oft sollte ich füttern? Und wie kann ich sicher sein, dass die Menge ausreichend ist?

Die Menge ist sehr individuell und hängt vom Aktivitätsmaß, Umgebungstemperatur usw. ab. Rein rechnerisch betrachtet, benötigt ein Hund pro Tag 2-5% seines Körpergewichts als Futter. Also sollte die Portion für einen 10 kg schweren Hund bei 200–500 g pro Tag liegen. Im Vergleich zu Trockenfutter kann die Menge sehr wenig erscheinen, aber Fleisch und Knochen sind voller Energie in viel kompakterer Form!

Sie können zum Beispiel mit 2,5% des Körpergewichts beginnen. Das bedeutet, sie sollten einem 10kg schweren Hund 250 g Futter pro Tag geben. Mindestens 60% (etwa 150 g) dieser Menge sollten aus Fleisch, Fisch und Innereien bestehen und der Rest aus Knochen und Knorpel. Das heißt nicht, dass die Mahlzeit jeden Tag genau gleich groß sein muss, es sei denn Sie wünschen es so. Wichtig ist, dass sich die Futtermenge über die Woche verteilt ausgleicht. Um die richtige Menge zu ermitteln, müssen Sie Ihren Hund beobachten. Wenn er zunimmt, sollte die Menge reduziert werden. Wenn er abnimmt, sollten sie die Futtermenge erhöhen. Auch die Stuhlkonsistenz kann Ihnen Informationen über die richtige Futtermenge geben. Wenn der Stuhl solide oder ein bisschen hart ist, ist die Futtermenge angemessen. Ein weicher Stuhl nachdem der Hund schon mit Rohfutter vertraut ist, heißt für gewöhnlich, dass der Hund mehr Futter bekommt als er verdauen kann.

Was soll ich tun, wenn der Hund das Futter verweigert?

Vor allem Hunde mit Trockenfuttervergangenheit haben die Eigenart, ihr Futter in einer solchen Eile zu fressen, dass nach dem Füttern wieder große Knochenteile erbrochen werden. Das ist nicht gefährlich, auch wenn es für den Besitzer erstmal schwer zu ertragen ist. Zum Beispiel kann eine französische Bulldogge ohne Bedenken einen ganzen Hühnerflügel schlucken: der Körper des Hundes hat kein Problem, den Flügel zu verdauen. Ein Hundekörper ist dafür gemacht, große Teile zu schlucken, aber es gibt einige Tricks, die Sie anwenden können, wenn Ihr Hund ganz besonders stark schlingt:

  • Bleiben Sie ruhig während Sie Ihren Hund füttern. Wenn Sie in Ihrer Familie mehr als einen Hund haben, ist es wahrscheinlich dass der Wettbewerb zum Schlingen führen wird. Warten Sie bis der Hund ruhig ist bevor Sie ihm Futter geben und wenn möglich, stellen Sie sicher dass alle genügend Platz zum Fressen haben. Kontrollieren Sie, dass sich die Hunde nicht gegenseitig das Futter wegnehmen. Wenn Hunde lernen, dass dieses Vorgehen ein tägliches Privileg ist, dann werden sie mit der Zeit auch ruhiger.
  • Sie können auch schon beginnen, mit der Hand zu füttern, aber achten Sie auf Ihre Finger. Manche Hunde sind vorsichtig mit den Händen, aber andere nicht. Das kann man dem Hund durchaus beibringen, aber es kann ein schmerzhafter Weg sein. Manche Hunde verweigern sich komplett in einen Knochen zu beißen, solange er sich in einer Menschenhand befindet.
  • Füttern Sie mit Knochen, die zu groß sind dass man sie im ganzen Schlucken kann. Diese Variante ist bei Welpen einfacher, da sie selber noch klein sind. Bei ausgewachsenen, großen Hunden braucht es mehr Kreativität: zum Beispiel großer Knorpel oder Rinderknochen sind groß genug, dass es sogar für eine Dogge schwierig wird, sie zu verschlingen. Füße sind auch eine gute Möglichkeit, weil sie aus robuster Haut bestehen, die es fast unmöglich macht, extrem große Stücke auf einmal zu schlucken.
  • Geben Sie die Knochen, wenn sie noch gefroren sind und sie so härter und schwieriger zu schlucken sind.
  • Hühnerflügel oder z.B. Hälse sind gute Knochen für den Anfang, weil sie vor allem aus Knorpel und Knochen bestehen und selbst wenn sie es schaffen, sie im ganzen zu schlucken, sind sie einfach zu verdauen.

Was wenn die BARF-Fütterung unerwartete Probleme mit sich bringt?

Am besten ist es, sich dann an jemanden zu wenden, der Erfahrung mit BARF hat. Wenn Sie eine solche Person nicht kennen, können Sie mit einem Händler reden oder Erfahrungen von anderen Barfern im Internet lesen. Aber denken Sie daran, Ratschlägen im Internet mit einer gesunden Portion Skepsis zu begegnen.

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